ergonomischer Bürostuhl

Wie wählt man einen ergonomischen Bürostuhl, der zur eigenen Körpergröße und Arbeitsweise passt?

By Carol H 7 min read
Ein ergonomischer Bürostuhl sollte nicht nur viele Funktionen bieten, sondern vor allem zum eigenen Körper und zur täglichen Arbeitsweise passen. Dieser Ratgeber erklärt, wie Sitzhöhe, Sitzbreite, Sitztiefe, Lordosenstütze, Rückenlehne, Armlehnen, Materialien, Drehfunktion und Rollen die Nutzung beeinflussen und worauf bei der Auswahl eines ergonomischen Bürostuhls zu achten ist.

Viele Menschen verbringen täglich mehrere Stunden am Computer. Dadurch wird die Wahl des richtigen Bürostuhls wichtiger, als sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Wer lange sitzt, merkt schnell, dass Abmessungen, Unterstützung und Verstellmöglichkeiten einen direkten Einfluss darauf haben, wie sich ein ergonomischer Bürostuhl im Alltag anfühlt.

Wie wählt man einen ergonomischen Bürostuhl, der zur eigenen Körpergröße und Arbeitsweise passt?

Beim Kauf eines ergonomischen Bürostuhls sollte man deshalb nicht nur auf das Design oder die Anzahl der Funktionen achten. Sinnvoller ist es, die wichtigsten Bestandteile des Stuhls zu verstehen und zu prüfen, ob sie zur eigenen Körperform und zur persönlichen Arbeitsweise passen.

Körpergröße, Beinlänge, Schulterbreite und Rumpfproportionen unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Deshalb gibt es keinen ergonomischen Bürostuhl, der für jeden gleichermaßen perfekt passt. Entscheidend ist vielmehr, ob sich Sitzhöhe, Sitztiefe, Lordosenstütze, Rückenlehne und Armlehnen so einstellen lassen, dass sie zum eigenen Körper passen.

Sitzhöhenverstellung beim ergonomischen Bürostuhl

Die Sitzhöhe gehört zu den grundlegenden Einstellmöglichkeiten eines ergonomischen Bürostuhls. Die meisten ergonomischen Bürostühle lassen sich heute in der Höhe verstellen, doch der tatsächliche Verstellbereich kann sich von Modell zu Modell deutlich unterscheiden.

Eine passende Sitzhöhe sollte es ermöglichen, die Füße stabil auf dem Boden abzustellen, während die Oberschenkel in einer natürlichen Position bleiben. Man sollte nicht nach vorne rutschen müssen, nur um mit den Füßen den Boden zu erreichen.

Kleinere Personen sollten besonders auf die minimale Sitzhöhe achten. Wenn der ergonomische Bürostuhl bereits ganz abgesenkt ist und die Füße trotzdem nicht sicher auf dem Boden stehen, kann entweder eine Fußstütze notwendig sein oder ein Modell mit niedrigerem Sitzbereich besser passen.

Größere Nutzer sollten dagegen prüfen, ob die maximale Sitzhöhe ausreicht, damit die Beine nicht zu stark angewinkelt werden. Ein Bereich von etwa 16 bis 21 Zoll ist bei vielen ergonomischen Bürostühlen üblich, sollte aber nur als allgemeiner Richtwert verstanden werden. Die eigenen Körperproportionen sind wichtiger als ein Standardmaß.

Sitzbreite und Sitztiefe

Die Sitzbreite bestimmt in erster Linie, wie viel Platz Hüfte und Oberschenkel haben. Die Sitztiefe beeinflusst dagegen, wie gut die Oberschenkel unterstützt werden und wie viel Abstand hinter den Knien bleibt.

Eine zu schmale Sitzfläche kann einengen. Ist die Sitzfläche zu tief, liegt die Vorderkante unter Umständen zu nah an der Kniekehle.

Idealerweise sitzen Sie weit hinten an der Rückenlehne, während die Oberschenkel gut unterstützt werden und hinter den Knien noch etwas Platz bleibt.

Menschen mit kürzeren Beinen rutschen bei einer zu tiefen Sitzfläche häufig nach vorne. Dadurch verlieren Rücken und Lordosenbereich den Kontakt zur Rückenlehne. Menschen mit längeren Beinen brauchen dagegen ausreichend Sitzfläche, damit die Oberschenkel gut abgestützt werden.

Wenn mehrere Personen denselben ergonomischen Bürostuhl nutzen oder die eigene Beinlänge deutlich vom Durchschnitt abweicht, ist ein Modell mit verstellbarer Sitztiefe meist leichter anzupassen.

Lordosenstütze beim ergonomischen Bürostuhl

Die Lordosenstütze ist ein wichtiger Bestandteil eines ergonomischen Bürostuhls. Der untere Rücken ist nicht gerade, sondern weist eine natürliche Einwärtskrümmung auf. Deshalb sollte auch der untere Bereich der Rückenlehne diese Form berücksichtigen.

Eine passend positionierte Lordosenstütze hilft dabei, den Kontakt zwischen dem unteren Rücken und der Rückenlehne zu verbessern, wenn man sich anlehnt.

Je nach Modell wird diese Unterstützung unterschiedlich umgesetzt. Manche ergonomischen Bürostühle nutzen nur die Form der Rückenlehne, andere haben eine separate Lordosenstütze, und bei einigen lässt sich diese zusätzlich in der Höhe oder Tiefe verstellen.

Entscheidend ist nicht, wie stark die Lordosenstütze hervorsteht, sondern ob sie an der richtigen Stelle sitzt. Größere und kleinere Personen benötigen nicht zwangsläufig dieselbe Stützhöhe.

Beim Probesitzen sollte man sich deshalb natürlich zurücklehnen und darauf achten, ob die Lordosenstütze den unteren Rücken erreicht, statt in der Mitte des Rückens oder zu nah am Becken anzuliegen. Wenn sich ihre Position zusätzlich an die Rumpflänge anpassen lässt, eignet sich der ergonomische Bürostuhl in der Regel für ein breiteres Spektrum an Nutzern.

Rückenlehne und Neigefunktion

Die Rückenlehne trägt einen großen Teil des Oberkörpers. Deshalb kommt es nicht nur auf ihre Größe an, sondern auch auf ihre Form und darauf, wie sie sich beim Zurücklehnen verhält.

Sitzlängsverstellung und Höhenverstellung der Rückenlehne

Eine gut gestaltete Rückenlehne eines ergonomischen Bürostuhls sollte sich nicht wie eine starre, senkrechte Platte anfühlen. Sie sollte den natürlichen Verlauf des Rückens berücksichtigen und es ermöglichen, die Sitzposition während des Arbeitstages zu verändern.

Einige ergonomische Bürostühle bieten eine verstellbare Rückenlehnenneigung, andere zusätzlich mehrere Arretierungspositionen. Eine eher aufrechte Position kann beim konzentrierten Arbeiten an der Tastatur sinnvoll sein, während eine leichte Rückneigung eher zum Lesen, für Besprechungen oder für kurze Pausen passt.

Bei der Auswahl lohnt es sich, darauf zu achten, ob sich die Rückenlehne gleichmäßig neigt und ob Rücken und Lendenbereich auch in zurückgelehnter Position weiterhin unterstützt werden. Das ist in der Praxis oft aussagekräftiger als der maximale Neigungswinkel in der Produktbeschreibung.

Materialien eines ergonomischen Bürostuhls

Das Material gehört zwar nicht zu den Verstellfunktionen, hat aber trotzdem Einfluss auf den Komfort bei längerer Nutzung.

Ergonomische Bürostühle werden häufig mit Netzgewebe, Stoff oder gepolsterten Sitzflächen angeboten. Jede Variante hat andere Eigenschaften in Bezug auf Luftdurchlässigkeit, Weichheit und Stützgefühl.

Netzgewebe ist meist luftiger und kann in wärmeren Räumen oder bei langen Sitzzeiten angenehm sein. Gepolsterte Sitzflächen vermitteln dagegen häufig ein weicheres und stärker umschließendes Sitzgefühl.

Es gibt kein Material, das grundsätzlich für alle besser ist. Die Wahl hängt vielmehr von der Arbeitsumgebung und den persönlichen Vorlieben ab. Gleichzeitig sollte darauf geachtet werden, dass Sitzfläche und Rückenlehne ihre stützenden Eigenschaften auch bei längerer Nutzung möglichst gut beibehalten.

Verstellbare Armlehnen

Armlehnen sollen den Armen eine natürliche Auflage bieten. Eine passende Höhe ermöglicht es, die Schultern möglichst entspannt zu halten, ohne dass die Ellenbogen unnötig angehoben oder nach außen gedrückt werden.

Sind die Armlehnen zu hoch, können die Schultern nach oben gedrückt werden. Sind sie zu niedrig, bieten sie kaum noch Unterstützung.

6D-Armlehnen

Viele ergonomische Bürostühle lassen sich heute nicht nur in der Höhe verstellen. Je nach Modell können die Armlehnen zusätzlich nach vorne und hinten, seitlich oder im Winkel angepasst werden.

Für Menschen mit schmaleren Schultern kann es besonders wichtig sein, die Armlehnen näher an den Körper zu bringen. Nutzer mit breiteren Schultern sollten dagegen darauf achten, dass zwischen den Armlehnen genügend Platz bleibt.

Beim Vergleich von 4D-Armlehnen oder anderen multidirektionalen Systemen sollte man daher nicht nur auf die Anzahl der Verstellrichtungen achten. Wichtiger ist, ob der tatsächliche Verstellbereich zur eigenen Schulterbreite, zur Schreibtischhöhe und zur Position der Tastatur passt.

Drehfunktion und Rollen

Die meisten ergonomischen Bürostühle verfügen über ein drehbares Fußkreuz und Rollen. Diese Funktionen wirken zunächst selbstverständlich, sind im Alltag aber sehr praktisch.

Durch die Drehfunktion kann man sich verschiedenen Bereichen des Schreibtisches zuwenden, ohne den Oberkörper ständig verdrehen zu müssen. Rollen erleichtern es, sich zwischen Schreibtisch, Ablageflächen und anderen Arbeitsbereichen zu bewegen.

Wer an einem breiten Schreibtisch arbeitet oder regelmäßig mehrere Monitore, einen Drucker oder seitliche Ablagen nutzt, merkt den Unterschied im Alltag schnell.

Zusätzlich lohnt es sich zu prüfen, ob die Rollen für den jeweiligen Bodenbelag geeignet sind und ob sich der ergonomische Bürostuhl stabil und gleichmäßig bewegen lässt.

Einen ergonomischen Bürostuhl passend zu Körper und Arbeitsweise auswählen

Beim Kauf eines ergonomischen Bürostuhls ist es nicht notwendig, nach dem Modell mit den meisten Funktionen zu suchen.

Sinnvoller ist es, zuerst die eigene Körpergröße, Beinlänge, Schulterbreite und die tägliche Arbeitsweise zu berücksichtigen. Danach lässt sich besser beurteilen, ob Sitzhöhe, Sitztiefe, Lordosenstütze, Rückenlehne und Armlehnen passend eingestellt werden können.

Ein gut passender ergonomischer Bürostuhl sollte ermöglichen, die Füße stabil abzustellen, die Oberschenkel ausreichend zu stützen, den unteren Rücken natürlich an der Rückenlehne anzulehnen und Schultern sowie Arme möglichst entspannt zu halten.

Wenn diese grundlegenden Punkte passen, können anschließend Materialien, Neigefunktion, Drehbewegung und Rollen verglichen werden. So steigt die Chance, einen ergonomischen Bürostuhl zu finden, der auch bei langen Arbeitstagen wirklich gut zur eigenen Nutzung passt.

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