Was ist eine Lordosenstütze bei einem ergonomischen Bürostuhl und warum ist sie wichtig?
Was ist eine Lordosenstütze bei einem ergonomischen Bürostuhl?
Die Lordosenstütze ist der Bereich eines ergonomischen Bürostuhls, der die natürliche Krümmung des unteren Rückens unterstützt. Sie befindet sich in der Regel im unteren Teil der Rückenlehne und liegt dort an, wo sich die Lendenwirbelsäule nach innen wölbt.
Der menschliche Rücken ist nicht von Natur aus völlig gerade. Deshalb sollte auch die Rückenlehne eines Bürostuhls nicht einfach nur als flache Fläche ausgeführt sein. Eine ergonomisch gestaltete Rückenlehne folgt den natürlichen Konturen des Körpers und bietet dort Unterstützung, wo der Rücken sie benötigt.
Ist der untere Bereich der Rückenlehne zu flach oder ungünstig geformt, kann zwischen Rücken und Lehne ein spürbarer Zwischenraum entstehen. Die Lordosenstütze soll diesen Bereich ausfüllen und dafür sorgen, dass der untere Rücken beim Anlehnen möglichst gleichmäßig Kontakt mit der Rückenlehne hält.
Ergonomische Bürostühle lösen diese Aufgabe auf unterschiedliche Weise. Manche Modelle nutzen ausschließlich die feste Form der Rückenlehne, andere verfügen über eine separate Lordosenstütze. Weiterentwickelte Systeme lassen sich in der Höhe oder Tiefe verstellen oder bewegen sich beim Zurücklehnen teilweise mit dem Körper mit.
Warum braucht ein ergonomischer Bürostuhl eine Lordosenstütze?
Bei längerer Schreibtischarbeit bleibt der Körper selten dauerhaft in derselben Position. Mit der Zeit kann das Becken nach vorne rutschen, der Oberkörper sich von der Rückenlehne lösen oder die Sitzposition insgesamt verändern. Dadurch nimmt der Kontakt zwischen unterem Rücken und Rückenlehne ab.
Wenn der untere Teil der Rückenlehne nicht ausreichend unterstützt, muss der Körper stärker selbst für Stabilität sorgen. Auf Dauer kann sich das Sitzen dadurch anstrengender anfühlen.
Die Aufgabe der Lordosenstütze besteht deshalb nicht darin, möglichst stark gegen den Rücken zu drücken. Entscheidend ist vielmehr, dass zwischen Rückenlehne und unterem Rücken ein sinnvoller Kontakt entsteht. Ist die Unterstützung richtig positioniert, kann sich der Nutzer natürlicher anlehnen, ohne ständig aktiv eine aufrechte Haltung halten zu müssen.
Welche Funktion hat eine Lordosenstütze?
Die wichtigste Aufgabe einer Lordosenstütze besteht darin, den Kontakt zwischen Rückenlehne und unterem Rücken zu verbessern. Besonders bei leichter Rückneigung kann eine gut platzierte Unterstützung verhindern, dass sich der Lendenbereich weitgehend von der Lehne löst.
Darüber hinaus kann die Lordosenstütze dazu beitragen, die Sitzposition stabiler zu halten. Wenn Becken, unterer Rücken und Rückenlehne gut miteinander in Kontakt bleiben, muss der Nutzer seltener die Position verändern, nur um wieder eine angenehmere Unterstützung zu finden.
Auch für den Sitzkomfort bei längerer Nutzung spielt die Lordosenstütze eine Rolle. Dabei entsteht Komfort nicht einfach durch eine möglichst dicke oder weiche Polsterung, sondern vor allem durch eine passende Position der Unterstützung und eine möglichst gleichmäßige Druckverteilung.
Bei ergonomischen Bürostühlen mit Neigefunktion sollte die Lordosenstütze außerdem mit der Bewegung der Rückenlehne zusammenarbeiten. Verliert sie beim leichten Zurücklehnen sofort den Kontakt zum unteren Rücken, wird die Unterstützung der gesamten Rückenlehne weniger gleichmäßig.
Eine stärkere Lordosenstütze ist nicht automatisch besser
Viele Nutzer verbinden ein deutliches Druckgefühl im unteren Rücken zunächst mit besonders guter Unterstützung. Aus konstruktiver Sicht ist die Stärke der Lordosenstütze jedoch nur ein Teil des Gesamtbildes.
Steht die Unterstützung zu weit vor, kann sie den Körper von der Rückenlehne wegdrücken. Sitzt sie zu hoch, liegt der Druck möglicherweise eher im mittleren Rückenbereich. Ist sie zu niedrig, konzentriert sich die Unterstützung stärker oberhalb des Beckens.
Auch die Festigkeit spielt eine Rolle. Eine zu harte Lordosenstütze kann bei längerer Nutzung unangenehm werden, während eine zu weiche Konstruktion den Kontakt zum unteren Rücken unter Umständen nicht stabil genug hält.
Bei der Beurteilung einer Lordosenstütze kommt es deshalb vor allem darauf an, ob sie zur natürlichen Krümmung des unteren Rückens passt und keine ausgeprägten Druckstellen erzeugt.
Eine gute Lordosenstütze muss sich nicht ständig deutlich bemerkbar machen. Idealerweise unterstützt sie den unteren Rücken ganz selbstverständlich, sobald man sich an die Rückenlehne lehnt.
Warum eine verstellbare Lordosenstütze besser zu unterschiedlichen Körpergrößen passt
Körpergröße, Rumpflänge und Beckenproportionen unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Eine fest positionierte Lordosenstütze kann deshalb nicht für alle Nutzer gleichermaßen passen.
Der größte Vorteil einer verstellbaren Lordosenstütze liegt darin, den Anpassungsbereich des Stuhls zu erweitern. Mit einer Höhenverstellung lässt sich die Position der Unterstützung verändern. Eine Tiefenverstellung bestimmt dagegen, wie stark die Lordosenstütze Kontakt mit dem unteren Rücken aufnimmt.

Einige ergonomische Bürostühle verwenden zusätzlich flexible oder dynamische Lordosenstützen. Diese Systeme sind so ausgelegt, dass sie auch bei Positionswechseln oder beim Zurücklehnen einen gewissen Kontakt zum Rücken beibehalten.
Beim Vergleich zwischen fester und verstellbarer Lordosenstütze sollte deshalb nicht nur darauf geachtet werden, wie viele Einstellstufen vorhanden sind. Wichtiger ist, ob der tatsächliche Verstellbereich unterschiedliche Körperproportionen sinnvoll abdeckt.
Sitzhöhe und Sitztiefe beeinflussen ebenfalls die Lordosenstütze
Die Qualität der Lordosenstütze lässt sich nicht unabhängig von den übrigen Abmessungen des Bürostuhls beurteilen.
Ist die Sitzfläche zu tief, rutschen Nutzer mit kürzeren Beinen häufig etwas nach vorne, um hinter den Knien mehr Platz zu schaffen. Dadurch entfernt sich das Becken von der Rückenlehne und die Lordosenstütze verliert den Kontakt zum unteren Rücken.
Auch eine zu hohe Sitzposition kann die gesamte Sitzhaltung verändern, wenn die Füße nicht stabil auf dem Boden stehen.
Deshalb sollten Sitzhöhe, Sitztiefe und Lordosenstütze beim Kauf eines ergonomischen Bürostuhls immer zusammen betrachtet werden. Selbst eine gut konstruierte Lordosenstütze kann nur begrenzt funktionieren, wenn die übrigen Stuhlmaße nicht zum Nutzer passen.
Woran erkennt man, ob die Lordosenstütze zum eigenen Rücken passt?
Beim Onlinekauf lohnt es sich, auf die minimale Sitzhöhe, den Verstellbereich der Sitztiefe und die Einstellmöglichkeiten der Lordosenstütze zu achten. Interessant ist außerdem, ob die Unterstützung beim Zurücklehnen weiterhin Kontakt zum unteren Rücken hält.
Wer den Stuhl vor Ort ausprobieren kann, sollte zunächst weit hinten auf der Sitzfläche Platz nehmen und den Rücken entspannt an die Lehne anlegen. Anschließend lässt sich gut prüfen, wo die Lordosenstütze tatsächlich Kontakt aufnimmt.
Füllt sie den Bereich des unteren Rückens angenehm aus, ohne ein starkes oder unangenehmes Druckgefühl zu erzeugen, sind Position und Festigkeit in der Regel passend.
Anschließend lohnt es sich, Sitzhöhe, Sitztiefe und Lordosenstütze noch einmal anzupassen und sowohl eine aufrechte als auch eine leicht zurückgelehnte Sitzposition auszuprobieren.
Bei einer guten Lordosenstütze zählt die Anpassung, nicht die Stärke
Die zentrale Aufgabe einer Lordosenstütze bei einem ergonomischen Bürostuhl besteht darin, einen möglichst stabilen und gleichmäßigen Kontakt zwischen Rückenlehne und unterem Rücken herzustellen.
Eine Lordosenstütze ist kein medizinisches Hilfsmittel und muss auch kein besonders starkes Druckgefühl erzeugen, um sinnvoll zu funktionieren.
Wichtiger sind die richtige Position, ein sinnvoller Verstellbereich und das Zusammenspiel mit Sitzhöhe, Sitztiefe und Neigemechanik.
Für Menschen, die viele Stunden am Computer verbringen, ist eine natürliche, stabile und anpassbare Lordosenstütze in der Regel sinnvoller als eine Konstruktion, die lediglich besonders kräftig gegen den Rücken drückt.




